Wie sie sich mit einer privaten Unfallversicherung finanziell absichern können

Ein schwerer Unfall kann ihr Leben verändern. Eine private Unfallversicherung hilft ihnen, die finanziellen Folgen zu tragen.

Für Schnellleser:

  • Möchten sie sich rund um die Uhr vor den finanziellen Folgen eines Freizeitunfalls schützen, brauchen sie eine private Unfallversicherung.
  • Wenn sie durch einen Unfall eine dauerhafte körperliche Beeinträchtigung erleiden, dann zahlt eine private Unfallversicherung ihnen eine vorab vereinbarte Summe aus.
  • Die private Unfallversicherung zahlt unabhängig davon, ob ein Unfall zu Hause, in der Freizeit oder bei der Arbeit passiert.
  • Sie können je nach Aktivität Absicherungen für besonders gefährliche Freizeitbereiche abschließen.
  • Der Schutz gilt weltweit rund um die Uhr und beinhaltet auch finanzielle Leistungen bei Infektionen oder Vergiftungen.
  • Wie viel eine Unfallversicherung nach einem Unfall zahlt, hängt davon ab, welcher Körperteil wie stark betroffen ist.
  • Für den Fall einer bereits bestehenden Behinderung sollten sie sehr genau prüfen, zu welchen Konditionen sie welche Leistungen im Schadensfall erhalten.
  • Im Antragsformular sollten sie keine relevante Vorerkrankung verschweigen.

Unterschätzte Gefahr: Der Unfall in der Freizeit und im Haushalt

accident-994009_1280Die meisten Unfälle, etwa 69 Prozent, passieren in der Freizeit und im Haushalt. Das zeigt die Statistik der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Allein auf und mit Haushaltsleitern verunglücken jährlich rund 500.000 Bundesbürger, schätzt die Aktion „Das sichere Haus“. Nur etwa fünf Prozent aller Stürze von Leitern sind dabei auf Mängel am Gerät zurückzuführen. Meistens ist falsches Verhalten die Ursache. Für die Betroffenen bedeutet das, dass sie die oft schmerzhaften Folgen nicht nur körperlich spüren, sondern bei einer schweren, nachhaltigen Verletzung auch die finanziellen Folgen des Unfalls tragen müssen. Denn nach Freizeitunfällen ist von der gesetzlichen Unfallversicherung in keinem Fall etwas zu erwarten. Der gesetzliche Unfallschutz greift nämlich nur bei Arbeitsunfällen oder bei Unfällen auf dem direkten Weg zu und von der Arbeits- oder Ausbildungsstätte. Möchten sie sich rund um die Uhr vor den finanziellen Folgen eines Freizeitunfalls schützen, brauchen sie also eine private Unfallversicherung – bspw. auch für Skifahrer oder Snowboarder.

Das leistet eine private Unfallversicherung

Eine private Unfallversicherung kann Unfälle natürlich nicht vermeiden. Aber sie kann die finanziellen Folgen eines Unfalls abfedern. Wenn sie durch einen schweren Unfall eine dauerhafte körperliche Beeinträchtigung erleiden, zahlt ihnen eine private Unfallversicherung eine Sofortleistung aus, je nachdem, wie dies in den Versicherungsbedingungen definiert ist. Der Vorteil gegenüber der gesetzlichen Versicherung: die private zahlt unabhängig davon, ob ein Unfall zu Hause, in der Freizeit oder bei der Arbeit passiert.

Der Schutz gilt weltweit rund um die Uhr und beinhaltet auch finanzielle Leistungen bei Infektionen oder Vergiftungen. Je nach Vertragsausgestaltung werden auch Bergungskosten, kosmetische Operationen oder Kurkostenbeihilfe nach einem Unfall gezahlt. Kurzum: in einer Situation, in der sie sich vor allem um ihre Gesundheit kümmern müssen, nimmt die eine Unfallversicherung zumindest finanziell einige Sorgen ab.

Das Versicherungspaket muss passen

Leider stellt sich immer erst im Nachhinein heraus, wie passend eine Unfallschutzversicherung tatsächlich für den Betroffenen ist. Denn wer kann schon Unfälle und ihre Folgen voraussehen? Und wer will sich schon gegen Alles versichern? Doch sie können zumindest wichtige Risiken abschätzen, die sich aus ihrem persönlichen Lebenswandel ergeben. Für besonderes risikoreiche Freizeitbereiche können sie sich speziell absichern. Dabei sollten sie sich gut beraten lassen. Sind sie beispielsweise Extrem- oder Leistungssportler? Haben sie einen Segelflugschein? Fahren sie in ihrer Freizeit Motocross-Rennen? Für solche Fälle gibt es spezielle Unfallversicherungen.

Das zahlt eine private Unfallversicherung

Wie viel und wofür eine Unfallversicherung zahlt, steht in einem klar definierten Leistungskatalog. Die Höhe der Zahlungen richtet sich nach verschiedenen Kriterien. Das Prinzip: sie bestimmen bei Vertragsabschluss, wie hoch die Versicherungssumme sein soll. An diesem Maximalbetrag orientieren sich die verschiedenen Abstufungen für Leistungen bei einer Teilinvalidität. Haben sie wirkliches Glück, dann werden sie niemals wieder mit dem Versicherer zu tun haben. Und die Höhe der Versicherungssumme spielt niemals eine Rolle. Doch verunglücken sie tatsächlich, dann erhalten sie einen bestimmten Anteil der vereinbarten Versicherungssumme. Wie hoch dieser Anteil ist, hängt vom Grad der festgestellten Invalidität ab. Dieser Invaliditätsgrad bemisst sich nach einer Liste von Körperteilen. Versicherer nennen das „Gliedertaxe“: je nach betroffenem Körperteil und Schwere der Beeinträchtigung erhalten sie also eine Geldleistung. Die Amputation eines Fingers wird also anders bewertet als ein neues Hüftgelenk oder eine kosmetische Operation nach einem Unfall.

Sonderfall bei Vorschäden

Auch als Schwerbehinderter können sie eine Unfallversicherung abschließen. Doch wenn sie bereits größere Vorschädigungen an einem oder mehreren Körperteilen haben, dann werden diese Vorschädigungen auf die durch den Unfall entstandenen Schäden angerechnet. Für den Fall einer bereits bestehenden Behinderung sollten sie sehr genau prüfen, zu welchen Konditionen sie welche Leistungen im Schadensfall erhalten.

Wichtig: lassen sie sich in solch einem Fall gut beraten! Auch wichtig: sagen sie die Wahrheit! Denn Versicherer sehen zwar schon mal über kleinere Vorerkrankungen hinweg. Doch wenn sie beispielsweise schon einmal einen Bandscheibenschaden hatten und das verschweigen, kann es später im Fall des Falles zu Problemen kommen, wenn der Versicherer erst im Nachhinein davon erfährt. Dann kann der Versicherer sogar die Zahlung verweigern. Und die bis dahin gezahlten Beiträge sind auch weg. Deshalb gilt: im Antragsformular sollten keine relevante Vorerkrankung verschwiegen werden!

 

 

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